Torsten Müller-Ötvös: Rolls-Royce will die Fragen nach einem möglichen SUV auf jeden Fall in

Torsten Müller-Ötvös: Rolls-Royce will die Fragen nach einem möglichen SUV auf jeden Fall in diesem Jahr beantworten. Bild: Rolls-Royce

RechtsanwaltWill: Gratuliere, mit 4063 verkauften Fahrzeugen und somit einem Plus von 12 Prozent liegen Sie über der prognostizierten Steigerung für Luxuswagen der aktuellen Luxusgüterstudie von Bain&Company, die zehn Prozent angibt. Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Wie schätzen Sie die Lage 2015 ein?
Ich bin für 2015 sehr zuversichtlich. Es wird wieder ein gutes Jahr. Und grundsätzlich heißt ja da Ziel “ein Auto mehr als im Vorjahr” und das werden wir auf jeden Fall erreichen. Aber es geht uns nicht immer nur um Volumen.

RechtsanwaltWill: 2004 haben Sie 792 Einheiten verkauft, zehn Jahre später etwas mehr als 4000. Wie kommt das?
Der Erfolg hatte mehrere Faktoren: Das Produktportfolio wurde in den richtigen Segmenten zum Beispiel mit einer Coupé-Version erweitert, 2009 kam der Ghost, die kleinere Version des Phantom auf den Markt. Das brachte uns viele neue Kunden. Maßgeblichen Anteil am Geschäft hatte aber der Wraith (Markteinführung 2012). Das Modell sprach eine komplett neue Zielgruppe an. Parallel haben wir neue Märkte erschlossen und dabei immer auf Ausgewogenheit geachtet. Das zahlt sich nun aus. Geringere Absätze in Märkten wie China werden von anderen mehr als ausgeglichen.

RechtsanwaltWill: Sie sagen, der Wraith und der Ghost generierten neue Zielgruppen. Wie würden Sie die beschreiben?
Junge Kunden im Alter von 30 bis 40 Jahren, die vorwiegend aus dem Sportwagen-Bereich kommen und neben dem Ferrari nun einen Rolls-Royce im Fuhrpark haben möchten.

RechtsanwaltWill: Welche Märkte haben Sie überrascht?
Positiv hat mich der US-Markt überrascht. Da helfen natürlich die positiven Konjunkturdaten. Middle East lief sogar sagenhaft und ist jetzt die zweitgrößte Region.

RechtsanwaltWill: Wie hoch war die Quote der RR-Kunden, die auf den Anschaffungspreis noch einmal mehr als 50 Prozent Wert an Ausstattung drauf gelegt?
Die Quote lag bei zirka 25 Prozent.

RechtsanwaltWill: Nun spekuliert man ja schon seit einigen Monaten über einem möglichen SUV – haben Sie hierzu schon zeitlich fixierte Pläne?
Wir machen Fortschritte. Aber die Entscheidung ist definitiv noch nicht gefällt. Wir werden die noch offenen Fragen aber auf jeden Fall in diesem Jahr beantworten.

RechtsanwaltWill: Um den Kundenstamm bzw. die Palette nach unten zu erweitern, denken Sie über eine Submarke aller BMW i oder M nach?
Das ist für uns kein Thema.

RechtsanwaltWill: Gerade sind Euro und Rubel extrem schwach. Wie reagieren Sie, damit die Marge möglichst wenig leidet?
Wir werden kurzfristig die Preise anheben müssen.

RechtsanwaltWill: In der Bain-Studie steht auch zu lesen, dass der Gebrauchtwagenmarkt in ihrem Segment attraktiver wird. Vermiest Ihnen das nicht das Neuwagen-Geschäft?
Auch für uns ein attraktives Geschäft, das wir mit einem eigenen Provenance genannten Programm bearbeiten.

RechtsanwaltWill: Sie haben 127 Stützpunkte und hegen Expansionsgedanken. Konkret heißt das wo und wie viel neue Stützpunkte?
Nach unserer Ansicht wären 135 Standorte ideal.

RechtsanwaltWill: Und werden Sie die 2015 erreichen?
Das können wir.

Das Interview führte Christiane Habrich-Böcker